Deutsch-polnischer Schüleraustausch berührt auch im 14. Jahr die Herzen

Hachenburg/ Bialystok: Anfang Juni stand wieder für die Realschule plus und Fachoberschule Hachenburger Löwe der alljährliche Schüleraustausch mit der polnischen Partnerschule aus Bialystok auf dem Programm.

Nachdem im Vorjahr die polnischen Gäste zehn schöne Tage in Hachenburg und Hamburg erlebten, begaben sich nun 13 Hachenburger Schüler mit zwei Lehrern auf die Reise nach Polen. Bereits im Vorfeld war die Vorfreude auf diesen Austausch groß und sämtliche Schüler nahmen schon vorher über die sozialen Netzwerke Kontakt mit ihren Austauschschülern auf.

Zunächst stand aber der Flug nach Warschau auf dem Programm. Kaum angekommen, konnte nicht nur die schöne Stadt bewundert werden, sondern auch tausende Fans von Legia Warschau, die nach dem Gewinn der polnischen Meisterschaft die Stadt mit Leben füllten. Am nächsten Tag wurde dann die Hachenburger Gruppe mit einem Bus aus Bialystok abgeholt und es ergab sich zunächst ein freudestrahlendes Kennenlernen, bzw. Wiedersehen. Auf der 450 Kilometer langen Fahrt in Richtung Westen hatten die Schüler dann die ersten Gelegenheiten für lange Gespräche miteinander.

Die nächsten Tage wurden dann gemeinsam in einem idyllischen Camp in Stare Drawsko verbracht. Dort wurden zahlreiche Aktivitäten wie Kanufahren, Bogenschießen, Klettern,  Grill- oder Discoabend zum intensiveren Kennenlernen und miteinander Austauschen organisiert. Außerdem stand auch ein Ausflug nach Kolberg an die Ostsee an, um Land und Leute besser kennenzulernen. Am darauf folgenden Freitag kam dann auf die Schüler die anstrengendste Etappe der Reise zu: Etwa 650 Kilometer mussten bis nach Bialystok nahe der weißrussischen Grenze zurückgelegt werden, was über neun Stunden Busfahrt bedeutete. Diese Strapaze sollte den Schülern aber kaum etwas ausmachen, da im Anschluss ein freies Wochenende in den Gastfamilien anstand.

Wie in den Vorjahren hörten die Lehrkräfte dann zwei Tage gar nichts von den Schülern, was einfach nur daran lag, dass sich durch die Gastfreundschaft der polnischen Gastfamilien ein Wohlfühlcharakter entwickelte, der sämtliche Sehnsucht nach Lehrkräften verschwinden ließ.

Erst am Montag danach trafen sich Schüler und Lehrer in der gastgebenden Schule wieder, wobei sämtliche Schüler ein tolles Wochenende zurückmeldeten. Dienstags fand dann ein Ausflug in einen Naturpark nördlich von Bialystok statt. Dort wurden den Schülern die Besonderheiten der polnischen Flora und Fauna nähergebracht und im Anschluss daran gab es noch ein besonderes Highlight: Da der Ehemann einer polnischen Kollegin für den Verein Jagiellonia Bialystok arbeitet, organisierte er eine Stadionerkundung des zukünftigen Euro-League-Teilnehmers. So kamen die Schüler in den Genuss, sämtliche Winkel des Stadions zu sehen, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

Leider ging der Schüleraustausch aber schon am nächsten Tag dem Ende entgegen. Für die Schüler war dies auch ein trauriger Augenblick, denn die ein oder andere Träne floss beim Abschied. Diese Tatsache verdeutlichte aber auch den Kerngedanken des Austausches: Wenn sich deutsche und polnische Schüler nach zehn Tagen in den Armen liegen und das gegenseitige Vermissen zum Ausdruck bringen, dann ist zweifelsohne der Erfolg dieses Austauschprogramms bewiesen. Es wird auf jeden Fall für alle Beteiligten eine unvergessliche Zeit in Erinnerung bleiben, bei der die deutsch-polnische Freundschaft weiter gefestigt wurde.